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Ulla Schmidt in Belecke "Kämpferisch wie eh und je"

Ulla Schmidt in Belecke: Kämpferisch wie eh und je Stefan Pohl 08.02.2017 - 10:30 Uhr BELECKE. Die Ex-Bundesgesundheitsministerin und jetzige Bundestags-Vizepräsidentin besucht als Vorsitzende der Lebenshilfe eine Werkstatt für Behinderte. „Man sieht, was diese Werkstätten leisten. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe für Behinderte“, sagt Ulla Schmidt mit Bewunderung in der Stimme. Die frühere Bundesgesundheitsministerin und heutige Vorsitzende der Bundesvereinigung „Lebenshilfe“ sowie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages mit unverwechselbarer Stimme besucht auf ihrer bundesweiten Rundreise in Belecke eine Einrichtung der Werkstatt für Behinderte (WfB) Lippstadt, sozusagen ein Tochterunternehmen, mit 160 körperlich und geistig behinderten Beschäftigten. Mit dabei: Wolfgang Hellmich, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Soest. Teile in Windkraftanlagen verbauen Gestern galt der Besuch der kämpferischen SPD-Frau der Abteilung Beschriftung und Kennzeichnung mit Lasertechnik. Die Laserabteilung der WfB Lippstadt ist laut Hausprospekt „eine der größten in NRW“. Ein Mitarbeiter mit einer Haube für Reinräume auf dem Kopf bringt mit Lasertechnik einen Code auf einem Teil auf, das später in einer Windkraftanlage verbaut wird. „Das dient der möglichen Rückverfolgung der Charge, falls etwas nicht stimmt“, erklärt Wilhelm Glarmin, Geschäftsführer der Lebenshilfe Lippstadt. „Mich beeindruckt, welches hohe Potenzial und Engagement Menschen mit Behinderung an ihrem Arbeitsplatz haben“, sagt Ulla Schmidt. Die Frage sei, sie so zu fördern, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance haben. „Die müssen eine hoch qualifizierte Arbeit abliefern, sonst bekommen sie keine Aufträge mehr.“ Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Behinderungen mit Arbeiten an Produkten zu beschäftigen, die am Markt gefragt seien. Das ist offenbar in Belecke der Fall. Neben der Abteilung Lasertechnik bietet die Belecker Niederlassung noch Metall- und Holzbearbeitung sowie Verpackung und Montage. Der Betrieb im Belecker Industriegebiet ist weitläufig, hell und freundlich gestaltet. Auch Wolfgang Hellmich ist begeistert: „Dieses Unternehmen bietet High-Tech für Menschen mit Behinderungen. Es ist phantastisch, was die alles können.“ Diskussion übers Geld Anschließend, beim Gespräch mit dem Werkstatt-Rat, geht es – natürlich – ums Geld: Planverfahren, Pflegeversicherung, Eingliederungshilfe. Hier zeigt sich Ulla Schmidt wieder ganz kämpferisch, wie in alten Zeiten im Kampf mit der Lobby der Gesundheitsindustrie. Jetzt sind es die Verwalter von Sozialleistungen. „Man muss sich zusammensetzen“, lautet ihr Credo. Und: „Es darf keine Einschränkungen gegen der Willen der Betroffenen bei Leistungen für Wohnen und Körperpflege geben.“ Aber vor allem: „Das Kostenargument darf nicht alles entscheiden.“