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Die Lebenshilfe sucht Engagierte für den familienunterstützenden Dienst.

Verbringen viel Freizeit miteinander: Elisabeth Jungemann (r.) begleitet für die Lebenshilfe Kinder und Jugendliche mit Behinderung – zum Beispiel Saskia. Foto: Cegelski LIPPSTADT Saskia liebt das Tanzen. Sie geht gerne ins Kino und zum Shoppen in die Stadt – wie fast alle jungen Frauen. Saskia hat das Down-Syndrom – und Elisabeth Jungemann an ihrer Seite. Die 54-Jährige engagiert sich bei der Lippstädter Lebenshilfe und begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung bei ihren Freizeitbeschäftigungen. Elisabeth Jungemann ist eine von 15 Engagierten, die Freiräume für Familien schaffen. Die Lebenshilfe sucht Engagierte für den familienunterstützenden Dienst. Seit acht Jahren unterstützt Elisabeth Jungemann Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Ihre Aufgabe macht ihr Spaß. „Ich hatte vorher nie Kontakt zu Menschen mit Behinderung“, sagt die 54-Jährige, die vor ihrem Engagement im Einzelhandel beschäftigt war. Dann sticht ihr die Anzeige der Lebenshilfe ins Auge: „Ich habe gedacht, ich probiere es einfach mal – und ich habe es in keinster Weise bereut“, freut sich Elisabeth Jungemann. Über ihren Einsatz für das Lebenshilfe-Projekt „Mach mit“ – über das regelmäßig verschiedene Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung angeboten werden – und die Einzelbetreuungen lernt sie zum Beispiel Saskia und ihre Familie kennen. „Wir haben bis zum Umfallen Gesellschaftsspiele gespielt“, erinnert sich Elisabeth Jungemann an ihre erste Begegnung mit der damals 16-Jährigen. Saskia fasst schnell Vertrauen. Gemeinsam unternehmen sie Ausflüge, gehen ins Kino, zum Zumba, zum Einkaufen und zum Zeltfest in Mantinghausen. Demnächst ziehen die beiden Frauen los, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen – und eine Fahrt zum Soester Weihnachtsmarkt ist ebenfalls geplant. Im Laufe der Jahre sind sie ziemlich beste Freundinnen geworden: „Ich komme immer gerne her“, sagt Elisabeth Jungemann. „Ohne Herz geht’s nicht“, meint die Lippstädterin. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, sie macht nicht nur mir, sondern auch den Kindern und Jugendlichen Spaß.“ Auch Saskias Mutter Christiane Grimm freut sich über die Auszeit: „Durch das Angebot kann ich mit meinem Mann mal etwas unternehmen“, sagt sie. Zwei bis drei Kinder und Jugendliche besucht Elisabeth Jungemann nach Absprache, um die Familien zu unterstützen. Auf ihren Einsatz wird sie von der Lebenshilfe vorbereitet – neben den individuellen Hinweisen, die sie von den Eltern bekommt, hat die 54-jährige auch Schulungen und Fortbildungen absolviert. „Dabei ging es zum Beispiel um verschiedene Behinderungen, Pflege, Erste-Hilfe“, sagt Jungemann. Darüber hinaus steht die Lebenshilfe den Engagierten mit Rat und Tat zur Seite. „Derzeit haben wir rund zehn bis fünfzehn Engagierte, die für uns im Einsatz sind“, sagt Josef Pieper. Er koordiniert das Angebot bei der Lebenshilfe. Etwa 30 Familien nehmen das Angebot in Anspruch. Wie oft? „Das ist sehr unterschiedlich“, sagt Pieper. „Manche haben einen festen Tag, andere organisieren die Unterstützung flexibel – je nach Bedarf.“ Das Problem: „Es gibt viele Familien, die das Angebot nutzen möchten, aber wir haben nicht genügend Leute“, so Pieper. „Wer Zeit mit Kindern und Jugendlichen verbringen möchte, sollte ein Interesse für Menschen mit Behinderung mitbringen“, weiß der Leiter des familienunterstützenden Dienstes. „Und ein wenig Zeit.“ Der Einsatz der Engagierten – sie sind versicherungstechnisch abgesichert – wird über den Entlastungsbetrag finanziert, den die Pflegeversicherung allen Menschen zahlt, die einen Pflegegrad haben. „Er kann zum Beispiel genutzt werden, um die Unterstützung in Anspruch zu nehmen.“ Engagement Wer Zeit mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung verbringen möchte, kann sich bei der Lebenshilfe Lippstadt melden. Ansprechpartner ist Josef Pieper. Er steht unter Telefon (02941) 967057 oder per E-Mail an j.pieper@lebenshilfe-lippstadt.de für Fragen zur Verfügung. „Es ist eine spannende Herausforderung“, ist sich Pieper sicher. Carolin Cegelski Dieser Artikel wurde von Carolin Cegelski am 06. Dezember 2018 - 17:22 Uhr veröffentlicht.