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Gründerin als Namensgeber

Lippstadt Wie kann man das Andenken an jemanden ehren, der sein Lebenswerk anderen gewidmet hat? Das hat sich der Vorstand der Lebenshilfe Lippstadt nach dem Tod von Dr. Barbara Christ im vergangenen Jahr gefragt und kam jetzt zu dem Ergebnis, seine Geschäftsstelle in der Mastholter Straße in das Dr.-Barbara-Christ-Haus umzubenennen. Christ hatte zusammen mit Eltern und Fachleuten im Jahr 1963 die Lebenshilfe in Lippstadt gegründet und war 21 Jahre lang Vorsitzende und Geschäftsführerin – daran erinnert jetzt eine Info-Tafel am Gebäude. In einer Feierstunde weihten Vorstand, Mitarbeiter und Gäste den neuen Gebäudenamen ein. „Uns allen war klar, die Erinnerung an Frau Dr. Christ muss bestehen bleiben“, begründete der Vorsitzende Joachim Gehrmann die Namensgebung. Im Verwaltungsgebäude laufen alle Fäden zusammen und es wird über die Zukunft entschieden – das, so Gehrmann, habe auch Christ besonders am Herzen gelegen. Waltraud Soltau, Ehrenvorsitzende, brachte mit ihren Anekdoten aus Christs Lebenszeit alle Gäste zum Schwelgen. „Diese Frau hat dir dein Leben gerettet, da warst du noch klein“, habe eine Frau ihrer Tochter immer dann gesagt, wenn sie Christs Bild in der Zeitung gesehen habe. Ein Leben lang habe die Tochter den Satz der Mutter mit Zeitungsberichten über Christ in Verbindung gebracht – zum letzten Mal beim Lesen der Todesanzeige. Eine weitere Mutter habe berichtet, dass die als Kinderärztin tätige Barbara Christ sie und ihr Kind samt Kinderwagen während eines Unwetters in den 1960er Jahren per Pferdeanhänger bis in den Süden der Stadt hat bringen lassen. Sogar die berüchtigten Himbeer-Bonbons, die Christ stets in ihrer Praxis verteilt haben soll, fanden bei der Feierstunde ihren Platz – Soltau hielt ein Glas davon in die lachende Menge. wap